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Beifuss (Artemisia vulgaris) - Kraut der Magier und Schamanen

Beifuss (Artemisia vulgaris) ist eine unscheinbare Heilpflanze. Obwohl sie auf allen nährstoffreichen Böden wuchert, Wegränder oder unbebaute Plätzen belebt, bleibt sie dennoch oft unbeachtet. Die meisten Menschen betrachten Beifuss als Unkraut und das mag auch mit ihrem Erscheinungsbild zu tun haben. Sie macht auf den ersten Blick einen unattraktiven Eindruck: Ihre Blätter sind tief gesägt und von dunkelgrün-grauer Farbe. Selbst die Blüten sind kaum als solche erkennbar, denn sie sind unauffällig und fast farblos.
Das Kraut ist eine der wichtigsten Ritualpflanzen der Welt: Kein Schamane oder Heiler auf der nördlichen Halbkugel kam ohne sie aus. Beifuss ist ebenso eine uralte Heilpflanze. Doch während sie heute in Europa rituell wie medizinisch praktisch bedeutungslos ist, erfährt sie in Asien noch eine hohe Wertschätzung. Dort ist sie wesentlicher Teil der Moxa-Behandlung. In der Zukunft könnten Beifuss-Extrakte im Kampf gegen Malaria helfen.

Andere Namen: Beinweichkraut, Besenkraut, Bibiskraut, Buckell, Dianakraut, Edelraute, Fliegenkraut, Flohkraut, Gänsekraut, Gewürzbeifuss, Gürtelkraut, Johannisgürtel, Johannishaupt, Jungfernkraut, Machtwurz, Mugwurz, Schutzkraut, Sonnwendgürtel, Sonnwendkraut, Stabkraut, Thorwurz, Weibergürtelkraut, Werzwisch, Wilder Wermut, Amarella (it.), Armoise (franz.), Mugwort (engl.)


Pflanzenbeschreibung

Der Beifuss ist eine in ganz Europa, Asien und Nordamerika heimische Pflanze.
Er gedeiht auf kargen Böden und wächst häufig an Wegrändern, Mauern, Hecken, Bahndämmen, Böschungen und anderen verwilderten Stellen.
Der Beifuß ist eine mehrjährige Pflanze, die meistens von Jahr zu Jahr größer wird. Er wird bis zu 2 Meter hoch und hat einen harten Stengel mit vielen Seitenausläufern. Der Stengel ist meistens braun bis rötlich. Die breiten doppelt gefiederten, tief eingeschnittenen Blätter sind dunkelgrün und an der Unterseite mit silbernem Flaum bedeckt. vom Frühsommer an zeigen sich kleine unauffällige grau-gelbe Blütchen.


Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Bitterstoffe, z.B. Sesquiterpenlactone, Flavonolglykoside, Inulin, Vitamine, äther. Öl mit: Cineol, Kampfer, Thujon


Magie/Schamanismus

Beifuß gilt in Europa und Asien als wichtige magische Pflanze. Vielleicht verleitet uns ihre Allgegenwart dazu, sie zu übersehen? Für unsere Altvorderen hingegen hatte sie eine geradezu sagenhafte Bedeutung.
Die Sachsen verehrten Beifuss beispielsweise als heilige, schützende Pflanze des Wotan. Römer bauten sie entlang ihrer Heerstraße an, um Soldaten und Reisenden eine leicht greifbare Heil-Anwendung zu ermöglichen: Sie wurde um die Füße gebunden oder in die Sandalen gelegt und half gegen Erschöpfung und müde Füße.
Der Name Artemisia stammt von der Göttin Artemis, der Schutzherrin der Heilkräuterkundigen. Für die germanischen Stämme galt der Beifuss wohl als die mächtigste aller Pflanzen: Mugwurz - Machtwurz wurde er genannt. Thorwur bezieht sich auf den germanischen Donnergott, der den Zaubergürtel Megingjardr. besaß. Mit diesem Gürtel aus Beifuss konnte er seine Kraft verdoppeln und so seine gefährlichen Reisen und Kämpfe bestehen.
Welche Bedeutung dem Beifuss bei den Germanen als magische Pflanze beigemessen wurde, lässt sich auch an diesem angelsächsischen Zaubersegen erkennen, in dem neun heilige Pflanzen gepriesen werden und Beifuß an erster Stelle steht:

„Erinnere dich, Beifuss, was du verkündest,
was du anordnetest in feierlicher Kundgebung.
Una heisst du, das älteste der Kräuter;
Du hast Macht gegen 3 und gegen 30,
Du hast Macht gegen Gift und Ansteckung,
Du hast Macht gegen das Übel, das über das Land dahinfährt“.

Das Kraut wurde nicht nur bei Vergiftungen oder Bissen von Tieren aller Art eingesetzt, sondern auch vorbeugend gegen wilde Tiere, Sonnenstich oder sogar zum Schutz gegen den Teufel selbst verwandt. Denn wer „byfuß in synem huß hait, dem mag der tuffel keyn schaden zu fugen“. Das machtvolle Kraut wurde deshalb auch zur Abwendung von Unheil oder dem bösen Blick über der Eingangstür aufgehängt.

Der Beifuss ist auch eine sehr wichtige Pflanze der Sommersonnenwende. Vor dem Fest wurden von den Frauen Kränze aus Beifuss geflochten, die sie beim abendlichen Tanz ums Feuer als Gürtel um ihre Hüften getragen haben. Beim Sprung über das Feuer entfaltete sich dann die reinigende, fruchtbarkeitsbringende und kraftspendende Wirkung für den kommenden Jahreszyklus. Bevor die Frauen das Fest verlassen haben, warfen sie ihren Beifußgürtel in das Feuer, damit alles Unheil und alle Krankheiten des vergangenen Jahres vernichtet wurden.
Heute noch soll der Beifuss, am Johannistag gepflückt, am wirksamsten sein.

Dem Beifuß wird eine stark reinigende Kraft zugesprochen. Beifußräucherungen eignen sich deshalb gut für Situationen im Leben, die eine Entscheidung erfordern, die einen Wendepunkt darstellen. Er kann helfen, das Alte zurück- und loszulassen.
Eine Beifußräucherung hat außerdem eine entspannende wärmende und beruhigende Wirkung. Als Abendräucherung mit anderen Kräutern wirkt Beifuß schlaffördernd. Ein mit Beifuß gefülltes Kissen soll zu Wahrträumen verhelfen.
Die Mutter der Kräuter kann helfen, eigene Heikräfte zu aktivieren, um sich selbst an Körper und Seele zu heilen. Nach alter Tradition haben Heilerinnen und Heiler ihre Heilkräfte mit Beifußräucherungen gestärkt. Die Wurzel des Beifußes wurde als Amulett getragen, um die Kraft zu verstärken.
Auch bei Weissagungen kann eine Beifußräucherung helfen und selbst bei Astralreisen Unterstützung bieten.
Mit Beifuß-Tee können Kristallkugeln und andere magische Gerätschaften gereinigt werden.
Im chinesischen I-Ging werden Beifuß-Stengel verwendet, um das aktuelle Hexagramm für das jeweilige Orakel zu ermitteln.


Wirkung und Anwendung

In früheren Jahrhunderten galt der Beifuß als Mutter aller Kräuter. Er wurde gegen zahlreiche Frauenbeschwerden und Verdauungsprobleme eingesetzt und sollte außerdem auf magische Weise stärken und schützen.
Seinen Namen bekam der Beifuss, da er „an den Fuß gebunden“ seinem Träger beim Wandern niemals ermüden lässt
Ein Fußbad aus Beifusstee oder eine Fußmassage mit Beifußöl wirkt sehr entspannend auf die Füße und hilft Krämpfe zu lösen oder Muskelkater zu lindern.

Beifuß hilft bei Appetitlosigkeit und bei allen Magen und Darmbeschwerdenwie Blähungen, Durchfall (auch chronisch), Übelkeit und Verdauungsschwäche, , da er die Bildung von Magen- und Gallenflüssigkeit und damit die Verdauung anregt.

Der Beifuß ist ein naher Verwandter des Wermuts. Er enthält das ätherische Öl Cineol. Im Volksmund wird das "Kraut der Göttin Artemis" als "Heiße Pflanze" bezeichnet, da ihr Duft auf den Körper stark wärmend wirkt. Besonders hilfreich sind Sitz- und Fußbäder mit Beifuß bei allen durch Kälte entstandenen Erkrankungen der Unterleibsorgane wie Blasenentzündung oder Hämorrhoiden.
Er wirkt bei kalten Händen oder Füßen durchblutungsfördernd

Als Basismittel bei Verkrampfungen sind mit getrocknetem Beifußkraut gefüllte Kopfkissen nervenberuhigend und entspannungsfördernd. Außerdem schätzt man seine anregende, ausgleichende Wirkung bei Nervosität und seelisch-nervösen Schwächezuständen, die Stimmungslage wird bei Depressionen mit allgemeiner Verlangsamung gut aufgehellt, bei Nervenentzündundungen und Nervenschmerzen bessern sich die Symptome.


Beifuß, das Frauenheilmittel

Beifuß war seit der Antike ein Frauenheilmittel. Heute noch wird er genutzt, um eine verzögerte oder ausbleibende Menstruation in Gang zu bringen, den Zyklus zu regulieren und Schmerzen zu beseitigen.
Selbst Chronische Eierstockentzündungen können mit Beifuß geheilt werden.
Während der Geburt wird er eingesetzt, um die Wehentätigkeit voranzutreiben und gegebenenfalls Gebärmutterkrämpfe zu lösen. Wie Wermut wird er äußerlich als Kompresse aufgelegt um den Geburtsverlauf zu beschleunigen und das Ausstoßen der Plazenta zu unterstützen.
Auch bei Wechseljahrbeschwerden ist er durch seine beruhigende und entspannende Wirkung hilfreich.


Beifuß als Liebespflanze

Das Beifusskraut ("Herba S. Valentini") ist dem Hl. Valentin (Valentinstag) geweiht. Die alten Germanen verwendeten sein rotes ätherisches Öl, um damit ein Bockbier herzustellen, das stark berauschende und aphrodisische Wirkung zeigte; in Griechenland wird er als aphrodisischer Tee getrunken. Beifuß harmoniert gut mit Zwiebeln und Knoblauch - so kann man seine "Liebeskräfte" noch verstärken.


Volksheilkundliche Verwendungen

In der Humoralpathologie wurde Beifuss als trocken, warm und zusammenziehend (adstringierend) eingeordnet. Deshalb wurden seine „erwärmenden“ Fähigkeiten bei „kaltem“ und „schlecht verdauendem Magen“ oder bei Erkältungskrankheiten mit „kaltem, zähem Schleim“ als Gegenmaßnahme empfohlen.
Auch als Wärme zuführendes Zusatzmittel wie zum Beispiel zu Salben oder Pflastern ist Beifuss bekannt. Sie wurden in Form von Wickeln, Auflagen oder Kompressen bei Rheumaerkrankungen auf die schmerzenden Gelenke oder bei Rückenschmerzen verwendet.
Der Pflanze kam auch eine reinigende Wirkung zu: Magen- und Darmstörungen einhergehend mit Mundgeruch oder übel riechenden Durchfällen wurden mit Beifuss behandelt.
Traditionell kam auch die Wurzel zum Einsatz. Sie galt als Mittel gegen Angst- und Schwächezustände, Depression, allgemeine Reizbarkeit und Unruhe, wie auch Psychoneurosen oder Schlafstörungen.


Die Moxabehandlung

Dass asiatische Wissenschaftler sich besonders mit dem Beifuss beschäftigen, hat besondere Hintergründe: In China, Tibet, der Mongolei, Japan, Korea und Vietnam ist das Kraut auch heute noch wichtiger Therapie-Bestandteil traditioneller Medizinsysteme. Bei der Moxabehandlung (Moxibustion) häufig auch in Kombination mit der Akupunktur (chinesisch Zhen-Jiu) wird Beifuss in getrockneter und gepresster Form verbrannt. Während das Nadelstechen (Akupunktur) in Europa viele Anhänger als alternative Behandlungsmethode mit wissenschaftlicher Reputation hat, ist die Moxabehandlung eher eine exotische Therapieanwendung.
Bei Moxabehandlungen wird zwischen direkter und indirekter Therapie unterschieden: Bei der direkten Moxabehandlung werden glimmende Moxakegel bei besonderen Indikationen direkt auf die Haut gebracht, wo sie langsam bis auf 2/3 Drittel ihrer Ausgangsgröße herunterbrennen. Oft werden auch Ingwer- oder Knoblauchscheibchen zwischen Kegel und Haut gelegt oder sogenannte Moxa-Boxen verwendet. Dies sind kleine hölzerne oder Kunststoff-Kästchen, in dem sich ein metallenes Gitter befindet. Auf diesem wird der Moxakegel abgebrannt. Um Verbrennungen zu vermeiden, müssen die Therapeuten sehr vorsichtig und umsichtig arbeiten.
Beifusskegel werden häufig in Kombination mit Akupunkturnadeln (indirekte Therapie) verwandt: Auf speziellen Nadeln sitzen Moxakegel, deren in das Gewebe weitergeleitete Verbrennungswärme zusätzliche Stimulation der Akupunkturpunkte im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin bewirken soll.
Selbstbehandlungen sind wegen der Verbrennungsgefahr nicht ratsam. Außerdem sind für diese Therapieform umfassende Kenntnisse über die Akupunkturpunkte notwendig, da die Kegel immer gezielt nach individueller Diagnostik auf ausgewählten Punkten aufgestellt werden.
Nach den Vorstellungen traditioneller chinesischer Mediziner wird durch Moxabehandlung Wärme zugeführt und damit fehlende Lebensenergie (Qi) ausgeglichen. Eintritts- beziehungsweise Austrittspunkte für die Lebensenergie sind Akupunkturpunkte, die wiederum den Meridianen, einem komplexen Qi-Leitsystem zugeordnet werden. Diesem System sind verschiedene Funktionskreise, Gefühlsqualitäten oder Umwelteinflüsse zugeordnet. Über die Behandlung von Akupunkturpunkten können Therapeuten den gestörten Energiefluss in den 12 Haupt- und 2 Sondermeridianen verändern und damit zur Selbstheilung des Organismus beitragen.


Im Kampf gegen Malaria

Beifuss enthält Öle wie Cineol, Thujon oder Kampfer sowie Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone) und Gerbstoffe. In einjährigem Beifuss ist auch Artemisinin (0,1-0,09%), ein Sequiterpenlacton-Endoperoxid, enthalten. Dieser Wirkstoff und seine Anti-Malariawirkung beschäftigt Forscher in aller Welt, vor allem in China.
Malaria ist eine in den Tropen und Subtropen weit verbreitete Erkrankung: Etwa 100 Millionen erkranken alljährlich neu an durch Moskitos übertragenen Malaria, etwa eine Million Menschen sterben daran. Die Erkrankung ist durch die weltweit zunehmenden Resistenzbildungen der Erreger (Plasmodien) gegen Chinin und andere Antimalariamittel besonders bedrohlich und verschlechtert die Situation in den Endemiegebieten sehr.
Artemisinin und einige halbsynthetische Derivate werden schon heute sehr erfolgreich in Süd-Ostasien und teilweise in Afrika bei unkomplizierten Malaria-falciparum-Erkrankungen eingesetzt. Im Gegensatz zu den klassischen Malariamitteln wurden bisher kaum Resistenzen beobachtet. Es wird angenommen, dass Artemisinin-Wirkstoffe sich in von Malariaerregern befallen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) anreichern. Durch Abtötung früher Entwicklungsstufen der Malariaerreger (Schizonten) wird dann die Weiterentwicklung und Ausbreitung der Erreger über das Blut blockiert.


Weitere Anwendungen

Beifuß wurde schon in der Antike nicht nur als Gewürzpflanze, sondern auch als Heilkraut genutzt. So wandte der griechische Arzt Dioskurides, der im 1. Jahrhundert n. Chr. lebte, sie gegen Darmwürmer an.
Die Chinesen benutzen ein zusammengerolltes Beifuß-Blatt gegen Nasenbluten. Das Kraut wirkt daher appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und auch schweißtreibend, lindert Magen-, Darm- und Menstruationsstörungen, fördert den Gallefluss und die Bildung von Magensäfte. Für die Hausapotheke nimmt man die obersten Triebspitzen mit Blättern und Knospen.
Zerkleinert in ein Kräutersäckchen gefüllt, nimmt der Beifuß Ihnen heute, im Handgepäck mitgeführt, durch seine beruhigende Wirkung die Flugangst - das ist ausprobiert und bei langen Autofahrten vertreibt das "Riechkraut" ebenfalls die Müdigkeit.
Übrigens - Hunde mögen den Duft des Beifuss überhaupt nicht, sind also als Abwehrpflanze geeignet, wenn zu viele Hunde im Vorgarten "ihr Bein heben".
Beifuß sieht zwischen Wildblumen im Garten sehr schön aus. Die getrockneten Beifußstengel machen sich auch sehr gut als Basismaterial für Kräuterkränze.


Rezepte zur Heilanwendung

Bitte beachten: Diese Rezepte sind ohne Gewähr; vor der Anwendung ist immer ein Arzt oder Heilpraktiker zu kontaktieren !
Den Beifuß darf man nicht überdosieren und nicht bei Fieber und Früh-Schwangerschaft einsetzen.
Bei manchen Menschen kann der Beifuß allergische Reaktionen oder Asthma-Anfälle auslösen.
Besonders sensible Menschen empfinden den Beifuß als sehr intensiv und können ihn nur selten und in kleinsten Mengen anwenden.

Beifuß-Tee

Der Beifuß wird als normaler Aufguss zubereitet und nur kurz ziehen gelassen.
•Dazu übergießt man einen TL Beifuß-Blätter mit 1/4 l kochendem Wasser.
•Diesen Tee lässt man etwa 2-3 Minuten ziehen.
•Dann seiht man ihn ab.
•Den fertigen Tee trinkt man in kleinen Schlucken, am besten ungesüßt.
Vom Beifuß-Tee trinkt man je nach Bedarf 1 bis 3 Tassen täglich.
Da der Beifuß eine stark wirkende Heilpflanze ist, sollte man ihn nicht zu lange regelmäßig trinken. Nach maximal 6 Wochen Dauergebrauch sollte man mindestens eine 3 wöchige Pause einlegen.


BEIFUSSÖL

Frisches Beifusskraut, das vor der Blüte gesammelt wird, gibt man in ein verschließbares Glas und gießt es mit hochwertigem, biologischem Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl) auf. Alle Pflanzenteile sollen dabei gut bedeckt sein. Das Glas verschließen und etwa 3 Wochen an einem sonnigen Platz stehen lassen. Mehrmals schütteln. Nach drei Wochen abfiltern, abfüllen und kühl lagern.
Dieses Öl wirkt wunderbar wärmend und entspannend, wenn man die Füße nach einer langen Wanderung oder nach langen Stehzeiten massiert. Eine Bauchmassage mit dem Beifussöl wirkt lindernd bei Magenbeschwerden, aber auch bei Menstruationsbeschwerden


BEIFUSS FUSSBAD

2 Hand voll getrocknete Beifussblätter und -blüten werden mit kochendem Wasser übergossen. Abkühlen lassen und die müden, verspannten Füße darin baden. Dieses Bad wirkt wunderbar entspannend und beruhigt übermüdete Beine.


BEIFUSS TINKTUR

Ein Schraubglas zu einem Drittel mit frischer, klein gehackter Beifusswurzel füllen. Mit hochprozentigem Alkohol aufgießen. Das verschlossene Glas 2-3 Wochen in die Sonne stellen. Danach wird die Flüssigkeit abgeseiht und in einer dunklen Flasche aufbewahrt.
Dreimal täglich sollte man ein Glas Wasser mit 5 Tropfen der Tinktur trinken. Das hilft sehr gut bei Magen und Darmproblemen. 1:1 verdünnt bietet diese Tinktur ein gutes Einreibemittel für müde Beine, bei Muskelkater oder bei Neuralgien.


Beifuß-Schlafkissen

Die ätherischen Öle, die im Beifuss enthalten sind, wirken nicht nur entspannend auf die Muskulatur, sondern beruhigen auch die Nerven und helfen beim Einschlafen. Für ein „Schlaf-Kissen“ kann man daher eine Kissenhülle mit getrockneten Beifussblättern und -blüten füllen.
Natürlich kann man das Schlafkissen zusätzlich noch mit anderen schlaffördernden Kräutern, wie Hopfen, Lavendel, Kamille oder Zitronenmelisse befüllen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

​ Der Beifuss als heimisches Räucherkraut
Neben dem Salbei ist das Beifusskraut wohl das wichtigste Räuchermittel zur Reinigung. Im Gegensatz zum Salbei ist das Kraut bei uns aber heimisch, wodurch seine Wirkungsweise zusätzlich verstärkt ist. Da der Beifuß in der Natur sehr häufig an spannungsgeladenen Orten wächst, wird er auch beim Räuchern zum Spannungsabbau verwendet. Früher zählte er sogar zu den wichtigen Wetterpflanzen, die verräuchert wurden, wenn sich die Bauern vor einem herannahenden Gewitter schützen wollten.
Weitere Wirkungen beim Räuchern
•  Schützend, segnend, reinigend
•  Unterstützt das Weibliche, die Intuition und das Traumbewusstsein
•  Hilft beim Prozess des Loslassens, auch beim Trauern
•  Erwärmt, vor allem, die vor Schmerz erkaltete Brust
•  Öffnet uns für unsere spirituellen Kräfte
•  Bringt klare Sicht – auch in die Zukunft


Verwendung in der Küche

Beifuß ist ein ausgezeichnetes und aus unverständlichen Gründen in Vergessenheit geratenes Würzkraut. Wie der Name Gänsekraut verrät, wurde früher kaum eine Gans oder Ente gebraten, ohne daß ein paar Stämmchen Beifuß verwendet worden wären. Ebenso bei fettem Schweinebraten, und das mit gutem Grund: Der sanft bittere Geschmack des Beifußes fördert den Appetit und die Verdauungsvorgänge. Die Magensäfte fließen reichlich genug und der Gallensaft zur Fettverdauung wird ausgeschüttet. So können fette und schwere Speisen optimal verdaut werden.
Aber der Beifuß passt auch sehr gut zu Suppen, beispielsweise Gemüsesuppe, Bohnensuppe oder Kartoffelsuppe. Auch deftige Gerichte mit Fleisch, Fisch, Käse oder Pilzen profitieren vom Beifuß, sei es direkt als Gewürz bei Fleisch oder in Form einer begleitenden Soße, die mit Beifuß gewürzt wurde.
Beifußblätter dienten darüberhinaus zum Würzen und Konservieren von Bier, bevor man dazu Hopfen verwendete.


Sammeltipps

Das blühende Beifuß-Kraut wird von Ende Juni bis September eine gute Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Da die Blätter wesentlich bitterer schmecken als die Blüten, sollte man für Küchenzwecke besonders blütenreiche Zweige sammeln.
Die Beifußpflanze kann man anschließend kopfüber an einer trockenen, geschützten Stelle zum Trocknen aufhängen.
Nach dem Trocknen entfernt man die Blätter, Blüten und dünnen Stengel vom Hauptstamm und bewahrt sie kühl und trocken auf.
Im Herbst kann man auch die Wurzel des Beifußes ernten. Man trocknet die kleingeschnittene Wurzel an einem warmen, luftigen Platz oder im Backofen bei unter 50°C.

​ Anbautipps
Der Beifuß ist sehr anspruchslos. Er kommt auch mit steinigen und trockenen Böden relativ gut klar.
In vielen Gärten siedelt er sich von selber an, wenn ihm die dortigen Bedingungen zusagen.
Da der Beifuß als Unkraut gilt, findet man kaum Beifuß-Pflanzen im Handel.
Man kann jedoch kleine Beifuß-Pflanzen in der Natur ausgraben und im eigenen Garten anpflanzen. Dabei sollte man jedoch beachten, ob der Besitzer des Grundstücks, dem man den Beifuß entnimmt, damit einverstanden ist.
Man kann auch Stecklinge vom Beifuß machen oder Teile der Wurzel ausgraben und im Garten einpflanzen.
Falls man Samen erhält, kann man diese im Frühling oder Herbst ansäen.