Obertöne sind ein natürliches Schwingungsphänomen. Bei jeder Schwingung entstehen zusätzlich zur Grundfrequenz schnellere Schwingungen, die sich überlagern. Das ist ein universelles Verhalten der Natur, egal, ob es sich dabei um einen Schall handelt, oder ob es sich um eine Schwingung im atomaren, elektrischen oder auch kosmischen Bereich handelt.
Durch Obertöne wird aus dem Schall ein Klang - mit einer Tonhöhe und einer Klangfarbe. Der persönliche Klang einer Stimme, der Personen akustisch identifiziert, und auch die Vokale kommen dadurch zustande, dass die Lautstärke der Obertöne für jeden Klang eine ganz typische Verteilung hat.
Die Stimme erzeugt harmonische Obertöne. Dieser physikalische Begriff besagt, dass die Obertonfrequenzen immer ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz sind. Der erste Oberton schwingt doppelt so schnell wie der Grundton, der zweite dreimal so schnell usw.
Obertongesang ist eine Gesangstechnik, bei der aus dem Klangspektrum der Stimme einzelne Obertöne so herausgefiltert und verstärkt werden, dass sie als getrennte Töne wahrgenommen werden und der Höreindruck einer Mehrstimmigkeit entsteht – die zweite Stimme "schwebt" über der Grundstimme. Man spricht dann von Obertongesang, wenn den Obertönen eine eigenständige musikalische Funktion zukommt, im Gegensatz zu Gesangtechniken, die lediglich die Klangfarbe der Stimme mit Obertönen anreichern.
Im mongolischen heißt es, dass diese zweite Stimme die Stimme der Geister ist, mit der die Geister mit uns in Kontakt treten. Obertongesang ist eine Brücke zwischen diesseitiger Welt und der Welt der Geister, hörbar gemacht.
Die Wahrnehmung wird während und nach dem Obertongesang entscheidend beeinflußt. Physikalisch und physiologisch läßt sich dies einfach erklären: Die Sinusschwingung, die der Oberton darstellt, vibriert im ganzen Körper, den Knochen, dem Blut und dem Gehirn. Dadurch werden Transmittersubstanzen beeinflußt und freigesetzt – ähnlich wie beim Trommeln, nur viel stärker und intensiver. Dies verändert dann die Wahrnehmung und unser Bewußtsein.
Darüber hinaus harmonisieren die bewußt gehörten Obertöne die feinstofflichen Energiekörper mit dem physischen Körper. Die Zellstrukturen werden über die Vibrationen an die vollkommene Harmonie erinnert.